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Kommentar zur Höchstüberlassungsdauer von Andreas Schmincke (meteor Vorstand): In der Personaldienstleistung trennt sich Spreu vom Weizen

In der Personaldienstleistung trennt sich Spreu vom Weizen

Jetzt schlägt die Stunde der Qualitätsdienstleister: Die Höchstüberlassungsdauer kann den Einsatz von Zeitarbeitnehmern im Einzelfall extrem kompliziert machen. So hängt es beispielsweise davon ab, nach welchem Tarifvertrag die Einsatzbranche arbeitet und ob dieser Tarifvertrag Öffnungsklauseln enthält. Entscheidend kann auch eine Betriebsvereinbarung sein.

Vereinfacht gesagt: Ohne konkrete Regelungen oder Öffnungsklauseln in den Tarifverträgen der Einsatzunternehmen beträgt die Höchstüberlassungsdauer für Zeitarbeitnehmer 18 Monate. Danach müssen eingearbeitete Zeitarbeitnehmer das Kundenunternehmen zumindest für drei Monate und einen Tag verlassen. In der Metall- und Elektroindustrie liegt die Höchstüberlassungsdauer bei max. 48 Monaten.  

Doch damit nicht genug: Die Vergütungsregeln im Zusammenhang mit Equal Pay machen den Einsatz nochmals komplizierter, denn sie sind für jedes Einsatzunternehmen unterschiedlich.

Für uns Personaldienstleister ist diese Neuregelung ein Kraftakt. Der Informationsbedarf ist hoch. Doch unser Versprechen gilt: meteor wird Zeitarbeitnehmer und Kundenunternehmen durch das Dickicht der neuen gesetzlichen Regelungen führen und begleiten. Denn wir kennen nicht nur die Produktionsabläufe unserer Kundenunternehmen sehr genau, sondern auch die Fähigkeiten und Kompetenzen unserer Zeitarbeitnehmer.

Ende September 2018 wird die Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten zum ersten Mal greifen. Qualitative Personaldienstleistung wird dadurch nicht einfacher. Während die einen bis zu 48 Monate mit hohen Tarifzuschlägen im Einsatz bleiben, müssen andere Zeitarbeitnehmer in neue Einsätze vermittelt werden. Dabei verlieren sie die bisherigen Tarifzuschläge, die zuvor für sie galten, sofern kein neuer Einsatz mit einer ähnlich hohen Vergütung gefunden wird. Im Extremfall kann dies sogar dazu führen, dass Zeitarbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren.

Ziel der politischen Entscheidung war es, „Zeitarbeit auf ihre Kernfunktion“ zurückzuführen, wobei nicht klar formuliert ist, was die Kernfunktion genau sein soll. Geht es darum, dass Zeitarbeit nur für sehr kurzfristige Einsätze nutzbar sein soll, oder darum, die Zahl der Zeitarbeitnehmer nach oben zu begrenzen? Sollen Menschen ohne Ausbildung oder mit nur geringen Qualifikationen einen besonderen Schutz erhalten? Oder geht es um höhere Übernahmequoten durch die Einsatzunternehmen?

Danach, dass Zeitarbeitnehmer mit geringen Qualifikationen, also die besonders Schutzbedürftigen durch die neuen Regeln profitieren, sieht es bisher nicht aus. Im Gegenteil: Bei Mitarbeitern mit hohen Fachkompetenzen nehmen wir diesen gewünschten Effekt deutlich mehr wahr, als bei den ungelernten Kräften, die in der Regel seltener ein Übernahmeangebot vom Kundenunternehmen erhalten. Somit leidet der Personenkreis unter der gesetzlichen Neuregelung, den der Gesetzgeber eigentlich schützen wollte. In Deutschland gibt es ca. 1 Million Zeitarbeitnehmer, bei vielen von ihnen wird die Höchstüberlassungsdauer greifen: Dies bedeutet auch für die Mitarbeiter ein enormes Maß an Flexibilität und zwar für neue Einsätze, geringere Vergütung oder sogar die Freistellung.

Die Politik wird erkennen müssen, dass es nicht der richtige Weg ist, Mitarbeitern bei einer Vergütung nach dem Equal-Pay-Grundsatz in der Einsatzdauer zu begrenzen. Umso mehr kommt es jetzt auf Qualitätsdienstleistung an, denn jeder Dienstleister ist bestrebt, seine Mitarbeiter weiter zu beschäftigen.

Ihr Andreas Schmincke
meteor Personaldienste

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